Hardware
- WiFi LoRa 32 V3 ESP32 Chip mit LoRa Chip
- BME 280 Temperatursensor
- Panasonic NCR18650GA Lithium-Ionen-Akku
- Selbstdesignte Platine, um die Komponenten bequem per Steckverbindung verbinden zu können
- TFA Dostmann Schutzhülle
Wir beenden nuernbergklima.de. Wir bedanken uns bei allen, die wir auf dem Weg kennenlernen durften und die sich für das Projekt interessiert und begeistert haben. Um nicht einfach sang- und klanglos zu verschwinden, wollen wir diese Gelegenheit nutzen, noch mal zu rekapitulieren, wie wir an diesen Punkt gekommen sind.
Im Herbst 2024 waren Andi und ich (seb) in Mannheim zu einem Hackathon. Völlig anderes Thema, aber im Rahmenprogramm haben wir einen Vortrag von jemandem von der Stadt Mannheim gesehen, der das Projekt (SmartMannheim) vorstellte, 450 Klimasensoren im Stadtgebiet zu verteilen, mit dem Ziel, diese Daten mit Bebauungsplänen zu vereinen und damit ein sehr genaues Mikroklimamodell der Stadt zu erstellen. Hat man solche Daten erstmal für einen längeren Zeitraum gesammelt, kann man diese verwenden, um damit Prognosen zu erstellen, Hitzeinseln zu identifizieren oder Auswirkungen von Baumaßnahmen zu simulieren.
Voll gut, gibt es so was in Nürnberg? Kurze Recherche – nein. Müsste man doch eigentlich auch selber basteln können, so einen Sensor oder?
Wieder zuhause, waren nach kurzer Erzählung auch schnell Daniel und Slyy von der Idee überzeugt. Insbesondere der Funkstandard LoRaWAN, den die Mannheimer verwenden, hatte sofort unser Interesse geweckt, wir hatten es alle schon mal gehört, aber noch nie was damit gemacht.
Also ran ans Werk. Daniel hat sich eingelesen und aus Standardbauteilen ziemlich schnell einen funktionierenden Prototypen gebaut und damit ins The Things Network gefunkt.
Irgendwann waren wir an dem Punkt, dass wir jetzt eigentlich in der Lage wären, Klimasensoren zu deployen. Aber wie jetzt an ein Projekt kommen?
Auf dem Workshoptag Umweltdatenwerkstatt lernten wir Jan und Jens kennen, die mit dem Projekt „Klimafaktorenkarte“ ein paar Jahre vorher schon mal ein sehr ähnliches Projekt umgesetzt hatten. Jan brachte uns dann darauf, mal beim Urban Lab nachzufragen, ob die vielleicht ein passendes Förderprojekt wüssten. Und siehe da – es stand ein Projekt in den Startlöchern: „Was Wäre Wenn 2035 – Eine Stadt spielt Utopie“. Dieses sollte positive Ideen für das „Stadterneuerungsgebiet Annapark“ (das ist so ungefähr die ganze Südstadt) umsetzen.
Wir wurden eingeladen, unsere Idee vorzustellen, und bekamen im Juni 2025 den Zuschlag. Rahmenbedingungen: Das Projekt musste im September fertig sein.
Da standen wir nun mit unserem zusammengestöpselten Sensor, der bislang nur auf dem Balkon getestet war und dem Ziel, in 3 Monaten ein ganzes Stadtviertel mit autarken Sensoren ausgestattet zu haben und eine Plattform zur Nutzung der Daten produktiv zu haben. Ganz zu schweigen vom endlosen Backlog, dass man zwangsläufig aufbaut, sobald man sich mit so einem Thema beschäftigt. Solarversorgung, effizienterer Chip, Firmware-Rewrite, ihr könnt es euch vorstellen.
Für all diese Dinge war angesichts der Projekttimeline keine Zeit, wir mussten also die Komponenten nehmen, die getestet waren und aus denen die geforderten 20 Sensoren bauen. Daneben natürlich noch ein Backend, eine Datenpipeline und ein Frontend bauen.
Mit erheblichem Einsatz haben wir das aber geschafft. Am 30.09.2025 waren 20 Sensoren installiert und wurden auf nuernbergklima.de angezeigt.
Super oft wurden wir angesprochen, wie es nun weiter geht, ob wir das Sensornetz auf ganz Nürnberg ausweiten und ähnliches. Leider ist es aber so, dass wir als kleine Gruppe von 4 Leuten, die das in ihrer Freizeit machen, schon Schwierigkeiten haben, das eine Viertel regelmäßig genug zu durchkämmen, um sich um die Sensoren zu kümmern. Das ist durch uns nicht auf Dauer zu leisten. Unsere Hoffnung, in eine Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg zu kommen, und das Projekt in professionelle Hände zu übergeben, hat sich leider nicht erfüllt.
Wir ziehen aber ein absolut positives Fazit: Wir konnten unser Gebastel nicht nur im privaten Umfeld, sondern in einem echten Projekt in unserem Kiez ausrollen. Dabei haben wir extrem viel gelernt. Wir sind alle Softwaremenschen und hatten vorher nichts mit Elektronik am Hut.
Und wir haben super viele engagierte Menschen kennengelernt.
Sehr oft wenn wir die Origin Story mit Mannheim erzählt haben und dabei erwähnten, dass wir natürlich niemals so präzise Werte liefern können, wie die dortigen Profigeräte für den 10-fachen Preis, hörten wir die berechtigte Rückfrage „Wieviel weniger präzise seid ihr denn?“
Wir kontaktierten also die Stadt Mannheim und kamen in Kontakt mit Herrn Riffel, der wiederum direkt noch seine Kontakte zu den Professoren E. und H. der Hochschule Mannheim spielen ließ, und es wurde ein direkter Vergleich unserer Sensoren gegen professionelle Geräte durchgeführt. Die Ergebnisse haben wir ausgewertet, sie stehen jetzt hier.
Vom Lego-Modell über Lötabende und Leiterarbeit bis zur Messe – wischen, scrollen oder ziehen, ein Klick vergrößert das Bild.
Koitka, Mirring, Schädlich GbR
Flaschenhofstraße 4
90402 Nürnberg
Vertreten durch:
Daniel Schädlich
Kontakt:
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